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Kann man bald Software nur noch mieten, nicht mehr kaufen ?

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Herausgegeben von in Wissen ·
Tags: softwareprogrammemieteabokaufenkauf
Kann man bald Software nur noch mieten, nicht mehr kaufen ?
Viele Softwarehersteller wie Microsoft oder Adobe gehen dazu über, Ihre Software im monatlichen Abo anzubieten.
Ist das die Zukunft und wird das die Regel ?
Und vor allem: Welche Vor- und Nachteile hat das ganze ?

Wie es früher war

Früher war alles anders.
Nicht unbedingt besser, aber anders.
Auch das mit der Software war früher anders.
Man kopierte den Norton Commander mal eben schnell auf eine Diskette und auch Windows 95 konnte man von insgesamt 10 Disketten installieren.


Ein Kopierschutz war damals dafür da, um diesen auszuhebeln.
Das ist heute teilweise immer noch so, natürlich gibt es immer noch Raubkopien bzw. Crackversionen bekannter (und meist teuerer) Programme.
Aber wie ist das nun mit diesen Software Abos ?

Software auf Zeit
software-auf-zeitHeute ist es so, dass viele Softwareanbieter, dabei auch Größen wie Microsoft oder Adobe dazu übergehen, Software im Abo zu verkaufen.
Man erwirbt also ein zeitlich beschränktes Nutzungsrecht.
Adobe bietet beispielsweise alle seine bekannten und wichtigen Programme  in der Creative Cloud für 59,49 / Monat an, das Jahresabo für Microsoft Office 365 bestehend aus Word, Excel, PowerPoint, OneNote, und Outlook hingegen kann man für einen Jahrespreis ab 49,99 Euro bekommen.
Dabei ist das ganze nicht neu, denn schon seit Jahren bieten beispielsweise die Hersteller von Antivirensoftware Ihre Produkte als Halbjahres-/ bzw. Jahresversionen an.
Danach laufen die Programme zwar meist noch weiter, sind funktionstüchtig, bekommen aber nicht die essenziell wichtigen Updates.

Weg vom Gedanken des Eigentums
Das Problem ist, dass die meisten von uns mit normaler Kaufsoftware gross geworden sind.
Wir kennen es, eine CD zu kaufen, das Programm zu installieren und dann zu nutzen.
Wobei wir vom Gedanken wegkommen müssen, dass Software etwas "physikalisches" ist.
Es gibt Hardware und Software, das lernt man bei jedem Computergrundkurs.
Dabei ist die Hardware das, was man anfassen kann.
Software kann man nicht anfassen.

Aber weil viele das anders kennen, verpönen viele die neue Vermarktung von Software, wollen keine Nutzungs- oder aber Lizenzgebühren kaufen, wollten das Programm haben, es besitzen.

Aber genau das ist die falsche Denkweise.
Gerade die digitale Welt entwickelt sich, ein Schlagwort hier ist die "Cloud".
Man hat heute alles im Netz oder kann zumindest darauf zugreifen.
Man hat im Browser auf dem PC die gleichen Bookmarks also Lesezeichen wir auf dem Handy.
Das alles geht heute.

Und die Software ist eben auch auf diese Weg.

Andere Beispiele für "Miete" anstatt Kauf
Viele regen sich auf, wenn Sie für Ihre Programme monatliche oder jährliche Beiträge zahlen sollen.
Dabei ist das doch heute im digitalen Zeitalter fast normal.
Was gehört einem denn wirklich ?
Wie zahlen unsere Miete monatlich, aber die Wohnung gehört uns ja nicht.

streamingdiensteEin noch besseres Beispiel sind Streamingdienste.
Wir bezahlen jeden Monat unseren Obolus an Spotiy, Deezer, Maxdome und Co.
Aber die Lieder die wir hören, die Videos die wir schauen, gehören uns nicht, können nur während der Dauer des Abos genutzt werden.

Warum machen die Softwarehersteller das ?
Über die Gründe kann man nur mutmaßen.
Vielleicht, nein sicherlich, ist der Gewinn größer bzw. die Kosten werden besser gedeckt.
Ein Grund für diese Maßnahme kann sein, dass die Hersteller vielleicht die Nutzung der Software mehr "unter Kontrolle" haben möchten.
Das wird durch die Prüfung von zeitlich begrenzten Lizenzschlüsseln erreicht.
Raubkopierer haben es hiermit schwerer.

Ein anderer Grund ist natürlich die Kundenbindung, während man früher das Produkt kaufte und das Unternehmen dann nichts mehr von dem Käufer hörte, ist es natürlich bei dem Software-Abo so, dass der Kunde, will er die Software weiter nutzen, länger gebunden ist.

Vor- und Nachteile
Viele scheinen zu vergessen, oder vielleicht wissen sie es auch nicht, dass vor einigen Jahren noch die Produkte von Microsoft "hunderte" von Euros gekostet haben.

Office 97 gab es auch früher schon in verschiedenen Versionen, kostete in der Standardversion 1099 DM, in der Professional Version rund 200 DM mehr.

Früher waren dementsprechend auch die Konkurrenzprodukte "teurer", dieses waren Corel Office, Lotus Smart Suite oder StarOffice.

Und heute, heute gibt es viel kostenlose Opensourcesoftware.

Bedenkt man, dass man heute ältere Officeversionen für unter 20 Euro legal kaufen kann, so kommt einem natürlich eine Jahresmiete von 50 Euro viel vor.
Das mag auch mehr sein wie der Kauf eines Vollproduktes.
Nur wie gerade geschrieben, die Softwarerpreise haben sich geändert.
Das ist sicherlich auch dem Markt geschuldet, sprich Progammen wie LibreOffice, die man kostenlos bekommen kann.

Einer der Vorteile ist, dass man jedoch immer davon ausgehen darf, mit der aktuellsten Version eines Programmes zu arbeiten.
Während bei "Kaufprogrammen" Bugs, also Programmfehler, meist erst mit der neuen Version oder späteren Updates behoben werden, darf man bei "Mietsoftware" davon ausgehen, dass vorhandene Fehler schneller beseitigt werden.

Für Unternehmen bzw. Selbständige ist das mit dem Software-Abo sogar vorteilhafter, da es keine Anschaffungskosten sondern monatliche Gebühren gibt.
Zum einen ist weniger Geld an die Software gebunden und ich kann mir vorstellen, dass dies aus Sicht der Buchhaltung bzw. Steuern sogar vorteilhafter ist.

Der Nachteil ist natürlich immer der Gedanke, dass man laufende Kosten hat.
Das Programm, was man gerade nutzt, muss nächsten Monat "erneut" bezahlt werden.

Fazit
Ob wir es mögen oder nicht, ob wir es gut finden oder weniger, aber der Trend geht eindeutig zu Software-Abos.
Es wird sicherlich auch nicht mehr lange auf sich warten lassen, bis es das Betriebssystem Windows als Jahresversion zu kaufen bzw. mieten geben wird.


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autor@natuerlich-kaufe-ich-online.dewww.natuerlich-kaufe-ich-online.de© 2018 Peter Blum

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